Bonität

Kreditwürdigkeit

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Kreditwürdigkeit von Familien- und Nicht-Familienunternehmen

Inwiefern beeinflussen die unterschiedlichen Regelungen zwischen familiengebundenen und nicht familiengebundenen Unternehmen die Bonität? Mit den Begriffen Solvenz, Bonität oder Bonität wird die Möglichkeit einer natürlichen oder juristischen Personen oder eines Bundeslandes bezeichnet, eingegangene Verpflichtungen zu tilgen. Es wird erwartet, dass die recht langfristige Unternehmenspolitik von familiengeführten Unternehmen zu einer soliden Investitionspolitik führt. Auf der anderen Seite kann die Fokussierung auf die Familie verhindern, dass externe Anleger oder Geldgeber als weitere Kapitalgeber in den Genuss von Eigenkapital kommen.

Frühere Empiriestudien geben keine klare Antwort auf die Fragestellung, ob familiengeführte Betriebe einen einfacheren Kreditzugang haben als andere in Deutschland. Nach einer aktuellen Untersuchung des ZEW und der ifm zur wirtschaftlichen Relevanz von familiengeführten Betrieben in Deutschland haben familiengeführte Betriebe durch eine Erhöhung ihrer Eigenkapitalbasis besser auf die Krise reagiert als Nichtfamilienunternehmen.

Vor allem die TOP 500 familiengeführten Unternehmen haben eine signifikant gestiegene Eigenmittelquote von 40 Prozentpunkten gegenüber vergleichbaren DAX-27-Unternehmen, die 2012 eine Eigenmittelquote von 34 Prozentpunkten hatten. Dies würde dazu führen, dass sie einen erleichterten Zugriff auf Fremdfinanzierungen von Kreditinstituten hätten und ihre Finanzierungskosten aufgrund günstigerer Kreditbedingungen (Zinssätze, Tilgungsbedingungen usw.) niedriger wären.

Der Kreditwürdigkeitsindex auf Einzelunternehmensebene gibt die Wahrscheinlichkeit des Ausfalls von (Lieferanten-)Krediten an. Die Bonitätskennzahl kann in eine Ausfallswahrscheinlichkeit umgewandelt werden. Dabei werden die Einzelkennzahlen zu einem Wert von 100 (sehr gute Bonität) bis 600 (stark negativ - Zahlungsunfähigkeit oder bevorstehende Zahlungsunfähigkeit) zusammengefasst. Das ZEW und die ifm haben auch die entsprechenden Kreditwürdigkeitswerte von Familien- und Nicht-Familienunternehmen für individuelle Gruppen von Mitarbeitern im Median überprüft.

Es zeigt sich, dass die Wertvorstellungen mit steigender Anzahl der Mitarbeiter abnehmen, so dass die Bonität besser wird. Firmen mit bis zu neun Beschäftigten haben eine durchschnittliche Bonität, grössere Firmen eine durchschnittliche Bonität. Für die kleinen Größenklassen liegt die Ausfallwahrscheinlichkeit zwischen 0,94 und max. 2,78 Prozentpunkten, für die sonstigen Mitarbeiterklassen zwischen 0,3 und 0,94 Prozentpunkten.

Wesentliche Bewertungsunterschiede zwischen Familien- und Nichtfamilienunternehmen bestehen in den Einzelmedianwerten nicht. Schlussfolgerung: Die Bonität von Familien- und Nichtfamilienunternehmen ist im Durchschnitt nicht unterschiedlich. Deutsche Firmen mit zehn oder mehr Beschäftigten haben eine durchschnittlich gute Bonität, kleine Firmen eine mittelmäßige Bonität. In der Regel ist der Prozentsatz der als unzureichend klassifizierten Gesellschaften, d.h. die Zahlungseinstellung und die gezwungenermaßen oder bereits erfolgte Konkursanmeldung, in der Unternehmensgruppe der Familiengesellschaften größer als in der Unternehmensgruppe der Nichtfamilienunternehmen - dies betrifft alle Grössenklassen, Rechtsformen und Sektoren.

Im Vergleich zu familienfremden Unternehmen scheinen die Familienbetriebe bei einer Finanzkrise im Nachhinein benachteiligt zu sein. Darüber hinaus können familiengeführte Unternehmen zögern, weitere fremde Kapitalgeber als Aktionäre und damit zusätzliches Kapital zu akzeptieren, um nicht auf das Stimmrecht zu verzichten. Daher ist der Handlungsspielraum von familiengeführten Unternehmen bei der Kreditvergabe in Finanznotfällen begrenzt. Das Ungleichgewicht der Insolvenzwahrscheinlichkeiten zwischen familiengeführten Unternehmen einerseits und Nichtfamilienunternehmen andererseits nimmt mit der Einwohnerdichte zu, d.h. es ist in Agglomerationen stärker als in abgelegenen Regionen.

Das Insolvenzrisiko ist daher für familiengeführte Betriebe in Ballungsräumen unverhältnismäßig hoch. Allerdings sind die Fehlerquoten von Familienbetrieben in den vergangenen zehn Jahren stark gesunken, insbesondere in Betrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern. Darüber hinaus hat sich die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise auf diese kleinen Familienbetriebe weniger drastisch ausgewirkt im Vergleich zu Nicht-Familienbetrieben der selben Arbeitnehmergruppe: Die Ausfallsraten haben sich für sie auf dem Gipfel der Finanzkrise 2009 kaum geändert, während Nicht-Familienbetrieben ein deutlicher Zuwachs ihres Zahlungsunfähigkeitsrisikos zu verzeichnen ist.

Bezugsquelle: "Die wirtschaftliche Relevanz von Familienunternehmen" Ansprechpartner: